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Therapiehund als Kontaktbrücke

Tiere können in Bereichen, wo der Mensch an Grenzen stößt, Wunder bewirken. Dies ist seit Jahrzehnten bekannt. Vor allem in Australien und in den USA gilt die "Pet Assisted Therapy" als anerkannte Methode, die bei verhaltensauffälligen Kindern, Behinderten, psychisch und physisch Kranken eingesetzt wird. Ohne Worte, ohne Forderung und Vorbehalte brechen Tiere Barrieren, beschleunigen Therapiefortschritte und bauen Kontaktbrücken.

Auch bei uns gibt es Kinder, die aufgrund ungünstiger Entwicklungs- und Sozialisationsbedingungen in ihrer emotionalen Reifung gestört sind. Neben einem geringen Selbstwertgefühl haben sie oft Schwierigkeiten, tragfähige personale Beziehungen und Bindungen einzugehen. Werden diese elementaren Bedürfnisse nicht befriedigt, kommt es zu negativen Reaktionen wie provozierendem Sozialverhalten, unangemessenen Aggressionen sowie psychosomatischen Symptomen wie Einnässen, Asthma etc.

Kinder verspüren aus einem grundlegenden Bedürfnis heraus eine Zuneigung zu Tieren. Sie suchen den Kontakt zum Tier, wollen ihm nah sein, wollen es lieben und von ihm geliebt werden. Nähe und Sicherheit kann entstehen, insbesondere bei Kindern, bei denen durch Traumatisierungen die zwischenmenschliche Beziehung problematisch geworden ist.
 
Tiere werten nicht; Tiere akzeptieren Menschen so wie sie sind. Dieses ist besonders wichtig für Kinder, die sich unverstanden, abgeschoben oder ungewollt fühlen, was tief greifende seelische Schäden für sie nach sich zieht. Die Begegnung der Kinder mit den Tieren bildet somit ein wichtiges Element zur Förderung ihrer Kontaktprozesse und kann daher als Beziehungsbrücke dienen. Verhaltensschwierige Kinder können häufig die unmittelbare Berührung zum Menschen nicht mehr zulassen. Über den Hautkontakt und die Wärme der Tiere finden sie neue Zugangsmöglichkeiten zu sich selbst. Dabei fühlen sie sich von den Tieren bedingungslos angenommen und können gleichzeitig durch streicheln emotionale Bedürfnisse erspüren und stillen.

Hunde, die "besten Freunde des Menschen", eignen sich aufgrund ihrer Fähigkeiten in besonderem Maße für den tiergestützen Einsatz in Therapie und Pädagogik. Ein Therapiehund  ist ein ruhiges, ausgeglichenes, dem Menschen gegenüber sehr freundliches Tier. Unser MECKY ist mittelgroß, gelehrig, ohne Aggressionen, feinfühlig und sehr bindungsfähig. Er besitzt z. T. langes, weiches Schmusefell und zeichnet sich aufgrund dieser positiven Wesensmerkmale besonders für den Einsatz mit Kindern aus. Nur wenige Hunde können diese hohen Anforderungen erfüllen. Er ist zwar wild und immer aufgeregt, wenn er unsere Kinder besucht, aber er läßt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und er beißt selbst dann nicht, wenn ein Kind die Hand in sein Maul steckt.

Der Hund arbeitet zusammen mit unserem Team. Der Hund dient hier als lebendes Medium, wodurch die Kinder emotionale Unterstützung, Wertschätzung sowie Sicherheit erfahren und sich ihr Selbstwertgefühl stabilisiert.

Für uns dient der Therapiehund als Kontaktbrücke. "Mecky" ist ein Tibetterrier-Spitz Mix. Seine Freundlichkeit, äußerste Stressresistenz und die Sicherheit im Umgang mit den Kindern sind unverzichtbare Vorraussetzungen für einen Hund in einer Einrichtung.

Mecky ist Eigentum des Kindergartens Löwenherz. Für den Therapiehund Mecky ist Frau Schittek als Leiterin der Einrichtung zuständig und betreut ihn auch außerhalb der Kindergartenzeit.